Der Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach § 7g EStG ist genau das Richtige für Sie, wenn Sie Steuern sparen möchten oder Steuerprobleme haben: Sie ziehen bis zu 50 % der Kosten einer geplanten Investition schon vorab vom Gewinn ab – ohne bereits Geld ausgeben zu müssen. Zusammen mit der Sonderabschreibung von 40 % lässt sich ein großer Teil der Investition innerhalb kurzer Zeit steuerlich geltend machen.
IAB- und Sonder-AfA-Rechner
Berechnen Sie, wie viel Steuern Sie mit Investitionsabzugsbetrag und Sonderabschreibung im Vergleich zur normalen Abschreibung sparen bzw. stunden – mit dem Einkommensteuertarif 2026, Gewerbesteuer und Zinseffekt.
So funktioniert der Investitionsabzugsbetrag
Sie bilden einen Investitionsabzugsbetrag, der Ihren Gewinn vermindert. Wohlgemerkt: Sie müssen kein Geld ausgeben. Sie bilden lediglich den Investitionsabzugsbetrag „auf dem Papier“ – außerbilanziell in der Steuererklärung bzw. in der Anlage EÜR.
- Abzug: Im Jahr der Planung ziehen Sie bis zu 50 % der voraussichtlichen Kosten gewinnmindernd ab.
- Investition: Innerhalb der folgenden drei Wirtschaftsjahre schaffen Sie ein begünstigtes Wirtschaftsgut an. Der IAB wird dann gewinnerhöhend hinzugerechnet (bis zu 50 % der tatsächlichen Kosten).
- Herabsetzung: Gleichzeitig können Sie die Anschaffungskosten um bis zu 50 % gewinnmindernd herabsetzen – Hinzurechnung und Herabsetzung heben sich auf. Die AfA und die Sonderabschreibung bemessen sich von den geminderten Kosten.
- Keine Investition: Wird nicht investiert, wird der Abzug im ursprünglichen Jahr rückgängig gemacht; die Steuernachzahlung wird nach § 233a AO verzinst (1,8 % pro Jahr).
Beispiel: Sie planen 2027 die Anschaffung einer Maschine für 40.000 € und bilden 2026 einen Investitionsabzugsbetrag von 20.000 €. Bei einem persönlichen Grenzsteuersatz von z. B. 40 % bringt das 2026 eine Steuerersparnis von 8.000 € zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer – Geld, das Ihnen für die Investition zur Verfügung steht.
Der Investitionsabzugsbetrag als Steuersparmodell
Wer träumt nicht davon, seine Steuern statt an das Finanzamt zu bezahlen auf die eigene „hohe Kante“ zu legen? Es gibt viele Steuersparmodelle. Insbesondere in Jahren mit außergewöhnlich hohem Gewinn können Sie mit dem IAB Steuern sparen: Der Abzug wirkt im Hochsteuerjahr, die Hinzurechnung und die Abschreibung in späteren Jahren – das glättet die Progression. Begünstigt sind betriebliche Investitionen, aber z. B. auch eine Photovoltaikanlage.
Mit dem Investitionsabzugsbetrag können Sie Ihre Steuern in Kapital umwandeln.
Der Investitionsabzugsbetrag bei Steuerproblemen
Der Investitionsabzugsbetrag ist aber auch die Lösung, wenn Sie Ihre Steuern nicht bezahlen können: Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade Ihre Steuererklärung erstellt und müssen nachzahlen, obwohl Sie über keine finanziellen Mittel verfügen. Das ist bei Existenzgründern nicht selten der Fall. Wenn Sie Geld investieren, dürfen Sie die Anschaffungskosten nicht einfach sofort von der Steuer absetzen, sondern müssen sie über mehrere Jahre verteilen – Ihr steuerlicher Gewinn ist also höher als Ihre Liquidität. Neben der Steuernachzahlung werden zudem Ihre Steuervorauszahlungen erhöht. Das ist eine Steuerfalle, in die viele Selbstständige mindestens einmal tappen.
Der IAB kann auch nachträglich – nach Ablauf des Wirtschaftsjahres in der Steuererklärung – geltend gemacht werden, solange die Steuerfestsetzung noch änderbar ist. Wenn auch Sie vom Investitionsabzugsbetrag profitieren möchten, schreiben Sie uns eine E-Mail: Investitionsabzugsbetrag@Cyberlab-GmbH.de
Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag
Der Investitionsabzugsbetrag und die Sonderabschreibungen zur Förderung kleiner und mittlerer Betriebe sind in § 7g EStG geregelt. Steuerpflichtige können für die künftige Anschaffung oder Herstellung von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die mindestens bis zum Ende des dem Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung folgenden Wirtschaftsjahres vermietet oder in einer inländischen Betriebsstätte des Betriebs ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt werden, bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abziehen. Voraussetzung ist, dass
- der Gewinn des Wirtschaftsjahres, in dem der Abzug vorgenommen wird, ohne Berücksichtigung der Investitionsabzugsbeträge 200.000 € nicht überschreitet (seit 2020 einheitlich für Bilanzierer und Einnahmen-Überschuss-Rechner) und
- der Steuerpflichtige die Summen der Abzugsbeträge und der hinzuzurechnenden oder rückgängig zu machenden Beträge nach amtlich vorgeschriebenen Datensätzen durch Datenfernübertragung übermittelt. Eine Benennung der Funktion des Wirtschaftsguts ist seit 2016 nicht mehr erforderlich.
Abzugsbeträge können auch dann in Anspruch genommen werden, wenn dadurch ein Verlust entsteht oder sich erhöht. Die Summe der Beträge, die im Wirtschaftsjahr des Abzugs und in den drei vorangegangenen Wirtschaftsjahren abgezogen und nicht hinzugerechnet oder rückgängig gemacht wurden, darf je Betrieb 200.000 € nicht übersteigen.
Die Einzelheiten finden Sie auf diesen Seiten:
- Begünstigte Betriebe
- Gewinngrenze und frühere Größenmerkmale
- Begünstigte Wirtschaftsgüter
- Höhe des Investitionsabzugsbetrags
- Voraussichtliche Anschaffung oder Herstellung
- Betriebliche Nutzung des Wirtschaftsguts
- Hinzurechnung und Minderung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten
- Nichteinhaltung der Verbleibens- und Nutzungsfristen
- Auflösung des Investitionsabzugsbetrags
- Buchung und verfahrensrechtliche Grundlagen
- Zweifelsfragen (BMF-Schreiben)
Hinzurechnung, Herabsetzung und Rückgängigmachung (§ 7g Abs. 2 bis 4 EStG)
Im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung eines begünstigten Wirtschaftsguts können bis zu 50 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnerhöhend hinzugerechnet werden, höchstens die insgesamt abgezogenen und noch nicht hinzugerechneten Beträge. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten können im selben Jahr um bis zu 50 %, höchstens um die Hinzurechnung, gewinnmindernd herabgesetzt werden; die Bemessungsgrundlage für AfA und Sonderabschreibungen sowie die Kosten im Sinne der GWG- und Sammelposten-Regelung (§ 6 Abs. 2 und 2a EStG) verringern sich entsprechend.
Soweit Investitionsabzugsbeträge nicht bis zum Ende des dritten auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres hinzugerechnet wurden, sind sie im Jahr des Abzugs rückgängig zu machen (§ 7g Abs. 3 EStG). Eine freiwillige Rückgängigmachung ist jederzeit möglich. Wird ein begünstigtes Wirtschaftsgut nicht bis zum Ende des Folgejahres nach der Anschaffung vermietet oder ausschließlich bzw. fast ausschließlich in einer inländischen Betriebsstätte genutzt, sind Abzug, Herabsetzung und Hinzurechnung rückgängig zu machen (§ 7g Abs. 4 EStG).
Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 und 6 EStG
Zusätzlich zur regulären AfA (linear oder degressiv) können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den vier folgenden Jahren Sonderabschreibungen von insgesamt bis zu 40 % in Anspruch genommen werden (für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2023 angeschafft werden; vorher 20 %). Voraussetzung ist, dass der Gewinn im Wirtschaftsjahr vor der Investition 200.000 € nicht überschritten hat und das Wirtschaftsgut im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr vermietet oder fast ausschließlich betrieblich genutzt wird. Mehr dazu unter Sonderabschreibungen.
Personengesellschaften
Bei Personengesellschaften und Gemeinschaften tritt an die Stelle des Steuerpflichtigen die Gesellschaft oder Gemeinschaft (§ 7g Abs. 7 EStG). Investitionsabzugsbeträge können im Gesamthandsvermögen und im Sonderbetriebsvermögen gebildet werden; die Hinzurechnung ist auch bei Investition durch die Gesellschaft bzw. einen anderen Gesellschafter möglich.
Entwicklung des Investitionsabzugsbetrags
| Zeitraum | Wesentliche Regelungen |
|---|---|
| bis 2007 | Ansparabschreibung (Rücklage 40 %), Sonder-AfA 20 % |
| 2008 bis 2015 | Investitionsabzugsbetrag 40 %, Größenmerkmale (Betriebsvermögen 235.000 €, Gewinn 100.000 €), Funktionsbenennung erforderlich |
| 2016 bis 2019 | keine Funktionsbenennung mehr, Übermittlung per Datenfernübertragung |
| ab 2020 | IAB 50 %, einheitliche Gewinngrenze 200.000 €, Vermietung unschädlich |
| ab 2024 | Sonderabschreibung 40 % (Wachstumschancengesetz) |